Rentnerclub auf Spanisch – Todo bien in Montevideo

In Montevideo

Noch ganze 11 Wochen

Die ersten paar Tage in Montevideo fühlten sich total unwirklich an. So langsam realisiere ich jedoch, dass uns noch weitere 11 Wochen bleiben. Das ist unfassbar. Hammer. Und ich fühle mich sehr wohl, sehr lebendig.

Der Spanischunttericht macht echt Spass. Unsere Lehrerin Mayte hat eine Engelsgeduld. Ich, Carmen, war die ersten drei Tage im „Rentnerclub“. Esra, der pensionierte schweizer Allroundman, der Behinderten Tangounterricht gibt und unsterblich in Montevideo verliebt ist (ca. 68 Jahre alt, nicht auf dem Foto), Matt aus USA, der pensionierte Anwalt (ca. 70), der schlechter hört, als er zugibt und der ewig Jugendliche – ihr wisst schon wer. Mit den Dreien und mit Mayte hatte ich eine tolle Woche. Aber nach der Schule, gegen 13.30 Uhr, bin ich meistens platt… tot… der Kopf raucht… Wortsalat.

Im Lauf der Woche haben wir festgestellt, dass die meisten Menschen hier sehr entspannt sind. Wir üben im Alltag tapfer Spanisch, bestellen wo es nur geht mit rudimentären Spanischkenntnissen und kämpfen uns durch. Niemand ist ungeduldig oder böse mit uns, alle freuen sich über unsere sprachlichen Gehversuche, frangen zwei- dreimal nach, bis wir endlich kapiert haben „Ja, die Empanadas bitte warm“, „Ja, zum Mitnehmen, nicht zum Hieressen“, „Nein, keinen Plasiksack bitte.“ Ein bisschen stolz sind wir! Bisher haben wir immer bekommen, was wir wollten.

Unsere Popos müssen wir trainieren, soviel steht fest. Darum haben wir uns Samstag morgen aufs Rad geschwungen und sind Richtung Osten geradelt. Die Rambla von Montevideo ist ca. 20 km lang, danach folgt weiter Küstenstrasse. Der Wind immer von der Seite. Herrlich. Nach 40 km sind wir einfach umgedreht. Wieder kühler Wind von der Seite… tückisch… Hallo Sonnenbrand! Mit 80 km und immer noch fast gutem Popo kehren wir zurück. Todo bien! 🙂 Fotos? Fehlanzeige.

Am Samstag besuchten wir ein Tablado. Ja, was ist ein Tablado? Ich habe im Internet keine Erklärung gefunden, also versuche ich es selbst. Die Tablados finden im Museo del Carneval statt, unter freiem Himmel, sozusagen im Innenhof des Museums. Die Uruguyaner kommen schon ein, zwei Stunden vorher, damit sie einen guten Platz bekommen. Zum Teil sind sie geschminkt oder tragen Kostüme. Es finden mehrere Tablados statt und am Ende aller Aufführungen (nach einer Woche oder so) wird die beste Gruppe gekürt. Die Gruppen machen so etwas wie Büttenreden, jedoch in der Gruppe. Zeitkritisch und aktuell, soviel haben wir verstanden. Begleitet wird das ganze Spektakel von gutem Essen, das man an verschiedenen Ständen rundherum kaufen kann. Hier ein kurzes Video, damit Ihr einen Eindruck bekommt:

Nächste Woche müssen wir uns mehr um die Sehenswürdigkeiten in Montevideo kümmern, sonst reisen wir ab, ohne auch nur ein Museum oder irgendwas angeschaut zu haben. Eindrücke haben wir allerdings schon eine Menge gesammlte, Fotos mit dem Herzen und mit der Kamera gemacht. Typische Sehenswürdigkeiten müsst Ihr googlen. Aber seht selbst 🙂

 

7 Kommentare bei „Rentnerclub auf Spanisch – Todo bien in Montevideo“

  1. Hola, Carmen und Jörg
    vielen Dank für die beiden Berichte, ich bin endlich dazu gekommen, alles zu Studieren. Super Fotos
    und Berichte, man reist gleich mit :-).
    Wünsche Euch Beiden weiterhin ganz viel Spass und gute Reise. Geniesst es, hier haben wir in den
    letzten Tagen etwa minus 10 Grad :-(. Liebe Grüsse. Vreni

    1. Danke Vreni !!!

  2. Geniesst das warme Wetter! Wir haben hier in der Schweiz saukalt mit giftiger Bise (Grund ist ein blockiertes Hoch über Sibirien).
    Aber ab nächstem Wochenende soll der Frühling kommen. Also häbet Sorg!
    Peter und Bethli

    1. Oh Ihre Beiden, wir geniessen das Wetter hier umso mehr, seit wir wissen wiiiiieeee kaaaaalt es bei Euch ist.
      Eure C&J

  3. Im Wein liegt der Geist des Lernens und sicherlich auch der Erfolg. Ich sage euch das Erfahrung, denn wenn ich gut was getrunken hatte, sprach ich fast perfekt portugiesisch. Ich wünsche euch noch ganz viel Freude und gutes Gelingen,

    1. Ja, Dieter, das stimmt wohl. Sobald die Basis stimmt, wird uns das sicher auch so gehen. Unser Spass haben wir aber so oder so 😉 Danke und liebe Grüsse in den kalten Nordwesten.

  4. Das liest sich toll; man bekommt grad Lust, auch mitzulernen und mitzuradeln. Oke, das mit dem radeln müsste ich mir noch genauer überlegen 😉

    Weiterhin viel Spass und gute Erlebnisse wünscht Euch
    Bea

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