Fragen über Fragen

Taschen vorne

Wir hören immer wieder die gleichen Fragen. Ob nun daheim oder unterwegs. Darum haben wir eine kleine Sammlung erstellt, FAQ sozusagen.
Diese Auflistung soll nicht abschliessend sein. Schreibt Eure Fragen einfach in den Kommentar, wir werden sie mit aufnehmen und beantworten.

Tut Euch nie das Füdeli / der Popo weh?

Doch, natürlich tut uns der Po manchmal weh. Das ist abhängig von der „Sattelzeit“. Je länger wir auf dem Sattel sitzen, desto mehr spüren wir das Hinterteil. Aber der Körper weiss sich zu helfen und uns wächst eine Hornhaut am Allerwertesten.
Der Sattel selbst ist ein schwierieges Thema. Eigentlich schwören die meisten Radreisenden auf Brooks-Sättel. Diese sind aus Leder und werden seit hundert Jahren auf die gleiche Weise in England hergestellt. Die ersten 800 km (so sagt man) muss man überleben. In dieser Zeit passt sich der Sattel der Popoform seines Fahrers an. Bei Jörg hat das gut funkioniert und auch nach über 15.000 km ist er immer noch happy.
Ich hab irgendwann resigniert und bin wieder bei Terry gelandet. Bereits auf dem Mountainbike fahre ich einen Terry-Sattel und komme sehr gut damit klar. Allerdings sind diese Sättel nicht so langlebig wie die Brooks-Sättel, die sich nachspannen und reparieren lassen.

Wieviel wiegt Euer Gepäck?

Carmen hat auf ihrem Rad immer etwa gleich viel Gepäck, natürlich zu viel – wie sich das für uns Frauen gehört. Jörg hat in den Fronttaschen die Lebensmittel und je nachdem mehr oder weniger Gepäck am Rad.
Wir fahren jeder ungefähr 25 – 30 kg mit uns herum, plus Wasser.

Wieviel wiegt das Fahrrad? Habt Ihr spezielle Räder?

Wir fahren beide Räder von Aarios. Diese werden in der Schweiz, ganz in unserer Nähe, gebaut. Die Räder wurden nach unseren Wünschen zusammengestellt und sind ideal für so lange Reisen.
Das Velo selbst wiegt ca. 17 kg. Es hat einen Stahlrahmen, was es sehr stabil, aber auch schwer macht. Die Rohloff-Narbe, eine 14-Gang-Narbenschaltung, ist ebenfalls schwer, dafür aber sehr wartungsarm und robust. Vorne ist ein Träger für die Frottaschen angebracht, hinten ein belastbarer Gepäckträger. Die Räder und der Sattel sind mit Schrauben versehen, die man nur mit einem Spezialschlüssel öffnen kann. So können diese Teile kaum gestohlen werden. Ledergriffe, eine Plastikblume und eine besonders schön tönende Klingel sind die feinen Details.

Was habt Ihr in Euren Taschen?

Taschen vorne
Taschen vorne
  • Kochtopf
  • Besteck
  • Kocher
  • Sitzmatten
  • Waschutensilien
  • Werkzeug
  • Luftpumpe
  • Adapter
  • 10-Liter Wassersack
Backroller hinten rechts
Backroller hinten rechts
  • Technik
  • Kosmetik
  • Normale Kleider
  • Handtuch
  • Schuhe
Backroller hinten links
Backroller hinten links
  • Vorratspack (Sonnencrème & Co)
  • Flipflops
  • Nightpack
  • Verbandszeug
  • Reiseapotheke
Rackpack / Rolle hinten drauf
Rackpack / Rolle hinten drauf
  • Kissen
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Campingstuhl (Luxus!!)
  • Crocks (total unnötig)
  • Warnweste
  • Regensachen
Topcase / Lenkertasche
Topcase / Lenkertasche
  • Sonnencreme, Desinfektionsmittel, Lippenpflege
  • Notizbuch & Stift
  • Handyhalter
  • Taschenmesser
  • Kamera
  • iPod
  • Wertsachen
  • Tuch mit Geheimfach

Habt Ihr manchmal eine Panne?

Klar, ab und zu müssen wir mal etwas flicken. Sehr selten springt mal die Kette vom Ritzel, dann müssen wir die Kettenspannung überprüfen. Beim Transport mit dem Bus hat sich an Carmens Rad die Verstrebung der Schutzbleche verbogen. Ausserdem hat die LED-Lampe vom Rücklicht ihren Geist aufgegeben. Eine Ersatz-Leuchte können wir hier leider nicht kaufen. Die Befestigung der Tasche hat sich ebenfalls schon mal gelöst. Der Halter für die Benzinflasche an Jörgs Velo ist ebenfalls beim Bustransport drauf gegangen.
Aber – und natürlich wollt Ihr das alle wissen – wir hatten (Toi, Toi, Toi – knock on wood) noch keinen Platten. Vor den Ferien haben wir neue Mäntel draufgezogen, die etwas schwerer sind. Die Schwalbe Marathon-Reifen wiegen knapp 900 g. Dafür halten sie eine Menge aus.

Macht Ihr das öfter?

Ja, in den letzten zehn Jahren haben wir fast jeden Sommer eine Radreise unternommen. In der Regel sind wir aber nur drei, maximal vier Wochen unterwegs. So lange und entspannt wie jetzt waren wir noch nie auf Reisen.

Warum tut Ihr Euch das an?

Wir lieben es, fremde Länder mit dem Rad zu erkunden. Weil wir uns überwiegend selbst versorgen, nehmen wir, egal wo wir sind, am Alltag der Menschen teil und haben so einen ganz anderen Zugang. Es gibt immer wieder besondere Begegnungen, die lange in Erinnerung bleiben.
Ein Nachteil ist, dass uns manchmal die Energie fehlt, sich auch noch mit einer Stadt oder der Geschichte vor Ort auseinanderzusetzen. Wenn wir Informationen bekommen, lesen wir diese. Aber wir schauen uns nur ab und zu Museen, Kirchen oder Denkmäler an.
Weil wir mit Zelt und „Küche“ reisen, können wir theoritisch dort anhalten, wo es uns gefällt. Wir kommen mit sehr wenig (und immer noch zu viel) Sachen aus und schätzen den Wohlstand daheim nach unseren Reisen immer ganz besonders.

Wieviel Kilometer fahrt Ihr pro Tag?

Das variiert sehr stark. Im Durchschnitt sind es 80 km. Da wir auf dieser Reise mehr Zeit haben, machen wir ab und zu kürzere Etappen und bauen mehr Pausentage ein. Abgesehen von Versorgungsmöglichkeiten, ist unsere gefahrene Strecke abhängig von Wind, Regen, Landschaft und Temperatur.
Infos zu unseren gefahrenen Strecken in Lateinamerika findet Ihr hier:

Puerto Iguazú – Rio de Janeiro

Montevideo – Puerto Iguazú

Wir Euch nie langweilig?

Das hängt sehr stark von der Landschaft ab. Ist es immer gleich, dann wir mir (Carmen) schon mal langweilig. Dann höre ich sehr gern Musik, was aber auf stark befahrenen Strassen nicht geht. Ausserdem finde ich längere Anstiege total nervtötend. Dann verfalle ich in eine Zählmeditation. Ich pedale regelmässig in meinem Rhythums, dabei zähle ich von 1 bis 4 oder von 1 bis 8. 1-2-3-4-5-6-7-8. Auf diese Weise komme ich am Berg schneller und effizienter vorwärts.
Jörg wird es nicht langweilig…

Wie navigiert Ihr? Wie findet Ihr den Weg?

Das hängt wieder sehr vom Reiseland ab. In Europa, speziell in der Schweiz, Deutschland und Österreich, gibt es gut ausgebaute Radwege mit entsprechendem Kartenmaterial. Die Eurovelorouten sind ebenfalls teilweise gut beschildert. Viele sind jedoch noch nicht komplett ausgebaut. In vielen anderen Ländern gibt es regionale Radnetzte, für Fernradreisende wird es aber schnell eng. Dann greifen wir zurück auf
– Strassenkarten
– Karten aus Touristenbüros
– Google-Maps (je nach Land bekommt man die Navigation fürs Fahrrad angezeigt)

In Südamerika sind wir sehr viel mit Google-Maps unterwegs. Einen groben Überblick verschaffen wir uns nach Möglichkeit mit Strassenkarten, danach planen wir die Tagesetappen jeweils mit Google-Maps. Dort findet man, je nach dem, auch nützliche Orte wie Campings, Restaurants, Mercados, Tankstellen und Hotels (nicht immer aktuell).

Wie macht Ihr das mit der Wäsche?

Ob wir nun eine Woche oder zehn Wochen unterwegs sind, spielt fast keine Rolle. Die Anzahl der Kleidungsstücke und Ausrüstung bleibt gleich. Wir müssen unterwegs natürlich waschen, so wie wir die Radklamotten verschwitzen 😉

Was esst Ihr, wenn Ihr selber kocht?

Zu 95% gibt es immer das gleich zu essen: Salat (je nach Region) und Nudeln mit Tomatensosse (gibt es praktisch überall). Ab und zu kochen wir auch Reis oder Couscus mit Gemüse. Selten kochen wir etwas mit Fleisch. Ausserdem haben wir immer Essig und Ö an Bord, damit wir selbst Salat zubereiten können.

Wieviel Kalorien verbrennt Ihr?

Wenn wir radeln, verbrennen wir durchschnittlich 1500 bis 2000 Kalorien zusätzlich. Frittierte Leckerein, Schokoriegel, Kekse, Nüsse, Süssgetränke, Pommes, Chips – all das schaufeln wir unterwegs ohne Reue in uns hinein. Vor allem unterwegs sind die ach so verschrieenen leeren Kalorien ein Segen vor jedem Anstieg. Eine Sprite gibt ungemein schnellen Schub vor einem Berg. Trotz allem haben wir auf noch keiner einzigen Veloreise abgenommen. Immer im Gepäck: ein Vodka oder Wiskey zur inneren Desinfektion. Und fast immer gibt es das obligatorische Bier zur Ankunft am neuen Ort.

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